Berlin, 26. Oktober 2015 – Mehr als eine Million Flüchtlinge werden dieses Jahr in Deutschland ankommen. Dies stellt Politik und Verwaltung vor große Herausforderungen. Selbst die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sind sich bei den Chancen und Risiken uneinig. Klar ist: Nicht jeder Flüchtling wird kurzfristig in den Arbeitsmarkt zu integrieren sein. Das Sozialministerium rechnet infolge des Flüchtlingsansturms nächstes Jahr mit 240.000 bis 460.000 neuen Leistungsempfängern im SGB II.

Wir, die Bundesverbände bag arbeit, BBB und VDP, kritisieren die damit verbundenen Debatten über Sozialleistungskürzungen scharf. Wir fordern eine umfassende Strategie zur nachhaltigen Integration von Flüchtlingen. Diese Aufgabe kann nicht allein durch ehrenamtliches Engagement aufgefangen werden. Es bedarf vielmehr differenzierter und bedarfsgerechter Unterstützungsangebote, die Flüchtlingen – unabhängig von ihrem Status – Zugänge zu Bildung, Qualifizierung und Beschäftigung ermöglichen.

Wir fordern deshalb:

  • ein flächendeckendes Angebot an Einstiegssprachkursen
  • eine frühzeitige und umfassende Feststellung von Kompetenzen
  • das Angebot von berufsbezogenen Sprachkursen, Qualifizierungen, Trainings, Ausbildungen, Umschulungen, Nachqualifizierungen, etc.
  • integrierende, sinnvolle geförderte Beschäftigungsmöglichkeiten, die die Beschäftigungsfähigkeit auch durch begleitende Qualifizierung sowie individuelles Coaching verbessern


Unsere Mitgliedsunternehmen haben in der Vergangenheit bereits ihre Hilfe signalisiert und werden bei der Bewältigung der kommenden Herausforderung auch weiterhin ihre Unterstützung anbieten. Um die gewünschten Integrationsziele zu erreichen, werden allerdings zusätzliche Mittel benötigt, wenn die beschriebenen Maßnahmen nicht zu Lasten der bereits in Deutschland lebenden Arbeitssuchenden gehen sollen. Im Haushalt 2016 plant der Bund drei Milliarden Euro mehr für die Bewältigung der Flüchtlings- und Asylsituation ein. Zusätzlich stellt der Bund Ländern und Kommunen weitere drei Milliarden Euro zur Verfügung. Wir halten eine Aufstockung dieser Mittel um weitere zwei Milliarden für unverzichtbar, wovon zumindest eine Milliarde für die berufsbezogene Förderung reserviert sein muss.

Unterzeichner:
Dr. Klaus Vogt, Vizepräsident des VDP
Hans-Peter Eich, Vorstandsvorsitzender der bag arbeit
Thiemo Fojkar, Vorstandsvorsitzender des BBB

 

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