Stuttgart, 20. November 2014 – Internet, Mobilfunk und Co. bestimmen heute beinahe alle Lebensbereiche. Bildungseinrichtungen müssen darum unausweichlich ihren Schülern digitale Medienkompetenz vermitteln. Dazu gehört die Befähigung sowohl zur technischen Anwendung neuer Medien als auch zu einem kritischen und selbstbestimmten Umgang. Die Bundesregierung hat sich dazu bereits im letzten Koalitionsvertrag darauf geeinigt, die Digitalisierung im Bildungswesen weiter voranzutreiben. Es ist an der Zeit dieses Versprechen einzulösen und ebenso freie Bildungseinrichtungen bei der Umsetzung zu unterstützen.

Auch im Internetzeitalter bleiben Lehrkräfte im Zentrum der Wissensvermittlung. Um sie kompetent in allen Fragen digitaler Medien zu machen, ist ihre medienpädagogische Ausbildung unentbehrlich. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert deshalb eine „Qualifizierungsoffensive Medienpädagogik“. Sie umfasst einerseits die Lehrerausbildung an den Hochschulen und andererseits ein breit angelegtes Weiterbildungsprogramm. Bei geplanten Investitionen und Fortbildungsangeboten in diesem Bereich müssen alle Schulen, auch Schulen in freier Trägerschaft, berücksichtig werden. „Nur so können entsprechende Lehrkompetenzen an staatlichen und freien Bildungseinrichtungen aufgebaut und langfristig erhalten werden“, so Petra Witt, Präsidentin des VDP.

Um digitale Medien künftig stärker in den Unterricht zu integrieren, ist außerdem die nötige Infrastruktur unverzichtbar. Dazu zählen internetfähige PCs und Breitbandanschlüsse sowie Software inklusive Lizenzen. Die Einführung einer bundesweiten „Bildungscloud“ wäre zusätzlich eine zukunftsweisende Innovation. Damit könnten Lehr- und Lernmaterialen zur Verfügung gestellt oder Schulen bei administrativen Aufgaben unterstützt werden. Für den Umgang mit der neuen Technik ist es wichtig, einen langfristigen Plan zu erstellen, der die regelmäßige Pflege und die effektive Integration in den Unterricht gewährleistet. Was die Anschaffung der notwendigen Grundausstattung betrifft, so muss unabhängig vom Träger in alle Bildungseinrichtungen investiert werden. „Dies sichert eine digitale Medienkompetenz auf allen Bildungsebenen“, so Witt weiter.

Bund und Länder müssen darüber hinaus die strenge Rechtslage bei Urheberrechtsfragen von digitalen Lernmedien lockern. Freie und offene Lehr- und Lernunterlagen (sog. Open Educational Resources, OER) sind dabei zu begrüßen. Die geplante Förderung so genannter Profilschulen IT/Digital ist außerdem ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings darf dabei das Ziel einer flächendeckenden Digitalisierung nicht aus den Augen verloren werden. „Eine allgemeine Vermittlung von Medienkompetenzen muss oberstes Ziel bleiben, um die Zukunftsfähigkeit aller Bildungseinrichtungen zu gewährleisten“. Auch hier sind private und staatliche Träger bei Fördermaßnahmen des Bundes gleichermaßen zu berücksichtigen.
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Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hoch-schulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich.