Berlin, 16. September 2015 – Die geplante Reform des Pflegeberufegesetzes stellt eine große Bedrohung für Altenpflegeschulen in Deutschland dar. Laut mehrerer Gutachten hätte das geplante Gesetz zur Folge, dass bis zu 200 der Altenpflegeschulen schließen müssen. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert die Bundesregierung auf, den vorläufigen Arbeitsentwurf zum Pflegeberufegesetz zu korrigieren und die Altenpflegeschulen bei der Reform zu berücksichtigen.

Laut den Gutachten hätte die Zusammenlegung der drei Berufsgruppen Gesundheits- und Kranken, Alten- sowie Kinderkrankenpflege drastische Folgen für die Altenpflege: Der Ausbildungsberuf Altenpfleger/in wird abgeschafft. Die speziellen Kompetenzen in der Altenpflege finden sich zukünftig nicht mehr in ausreichendem Maße in der Ausbildung wieder. Die generalistisch ausgebildeten Pflegefachfrauen und -männer hätten somit nicht das spezifische Wissen und Können, das für die Pflege von alten Menschen erforderlich ist. „In Hinblick auf den demografischen Wandel ist es zwingend erforderlich, die Kernkompetenzen der Altenpflege in die Ausbildungsinhalte so zu integrieren, dass eine fachgerechte Pflege für diesen steigenden Bedarf gewährleistet ist“, so Petra Witt, Präsidentin des VDP.

Die Kosten für die neue Ausbildung werden steigen. Dadurch wird es zu einem erheblichen Rückgang der Ausbildungsplätze kommen. Durch die höheren Zugangsvoraussetzungen und die vollständige Umstrukturierung der Ausbildung wird sich die Zahl der Bewerber weiterhin reduzieren. Dies trifft vor allem kleinere Altenpflegeschulen außerhalb der Ballungsgebiete hart. Sie können das generalistische Pflegebildungskonzept nicht umsetzen. Dadurch wird es zu einem Verlust von bis zu 200 Schulen deutschlandweit kommen. „Die Konsequenzen für die Altenpflegeschulen müssen bei der Zusammenführung der Pflegeausbildung zwingend berücksichtigt werden. Nur so kann dem Fachkräftemangel im Bereich der Altenpflege langfristig entgegengewirkt werden“, so Dietmar Schlömp, VDP Bundesgeschäftsführer.

Es ist geplant, die generalistische Ausbildung zum Gegenstand von Budgetverhandlungen zu machen. Dabei müssen Vertreter von freien Schulträgern und Bildungseinrichtungen involviert werden, um die Kosten der schulischen Ausbildung realistisch einbringen zu können. Eine Finanzierung der schulischen und der praktischen Ausbildung ist dabei zu trennen, um einen Preiskampf zu verhindern. Die jetzigen Schulträger der Altenpflege müssen als gleichwertige Schulen bei der zukünftigen Ausbildung von Pflegefachkräften anerkannt bleiben. Sie haben ein breites, über Jahrzehnte entwickeltes und bewährtes Ausbildungs-Know-how, das der Pflegereform nicht zum Opfer fallen darf. „Ohne die Altenpflegeschulen können die Herausforderungen, die im Pflegebereich auf uns zukommen, nicht bewältigt werden“, so Petra Witt, VDP-Präsidentin.

 

Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher