Berlin, 01. Oktober 2015 – Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft können bei der Integration von Flüchtlingen einen erheblichen Beitrag leisten. Sie decken die komplette Bandbreite des Bildungsspektrums – von der frühkindlichen Bildung bis hin zur beruflichen Aus- und Weiterbildung – ab. Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) fordert Bund und Länder auf, im gemeinsamen Dialog geeignete Konzepte für die Integration von Flüchtlingen in freien Bildungseinrichtungen zu erarbeiten und umzusetzen.

Der VDP begrüßt die Vereinbarungen, die die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder diese Woche getroffen haben. Vor allem ein beschleunigtes Asylverfahren ist entscheidend, um Flüchtlinge schnell in Schule und Arbeit zu integrieren. Gerade im Hinblick auf die langfristigen Herausforderungen müssen alle verfügbaren Möglichkeiten genutzt werden. Freie Bildungsträger sind dabei eine verlässliche Stütze. Sie bieten Integrations- und Sprachkurse sowie Ausbildungsgänge und berufliche Weiterbildungsmaßnahmen an, durch die Flüchtlingen eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht wird. „Nur wenn freie Bildungsträger bei der Integration von Flüchtlingen berücksichtig werden, kann die Mammutaufgabe der Integration langfristig gelingen“, so Dr. Klaus Vogt, Vizepräsident des Verbandes Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP).

Vor allem Spracherwerb ist der Schlüssel. Deutschkurse müssen bereits in den Erstaufnahme-Einrichtungen angeboten werden. Zudem ist es notwendig den Umfang der Integrationskurse des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zu erweitern. Um dringend benötigte Lehrkräfte zu gewinnen, müssen die Qualifizierungsmaßnahmen im Bereich „Deutsch als Zweitsprache“ ausgeweitet und stärker gefördert werden. Zusätzlich braucht es einheitliche Bildungsstandards in den Ländern. Hier gilt es schlüssige Konzepte zu erarbeiten, um Flüchtlingskinder gleichermaßen auf die Beschulung vorzubereiten. „Dadurch wird Planungssicherheit garantiert – eine unverzichtbare Voraussetzung für alle Bildungseinrichtungen; unabhängig von der Trägerschaft“, so Dietmar Schlömp, Bundesgeschäftsführer des VDP.

Bei der beruflichen Integration ist es notwendig, bestehende Abschlüsse schneller einstufen zu können. Das Asylverfahren zu beschleunigen, ist deshalb der richtige Weg. Nur durch einen gesicherten Aufenthaltstitel kann eine entsprechende Aus- und Weiterbildung erfolgen. Das Modellprojekt „Early Intervention“ sollte deshalb in allen Arbeitsagenturen und Jobcentern zur Regel werden. „Um eine schnelle Integration zu gewährleisten müssen einheitliche Rahmenbedingungen geschaffen werden. Das geplante Artikelgesetz muss dies erfüllen. Nur so können freie Bildungseinrichtungen ihren Beitrag leisten“, so Dr. Klaus Vogt, Vizepräsident des VDP.

Pressemitteilung als PDF

Das Positionspapier des VDP mit dem Titel „Flüchtlinge in Deutschland – Förderung von Bildung und Ausbildung“ finden Sie unter http://bit.ly/1SVniCA.

 

Der Verband Deutscher Privatschulverbände e.V. (VDP) vertritt die Interessen von Bildungseinrichtungen in freier Trägerschaft im allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulbereich sowie in der Erwachsenenbildung und im tertiären Bereich (Fachhochschulen und Hochschulen). Der 1901 gegründete Verband mit Sitz in Berlin bindet seine Mitglieder weder weltanschaulich noch konfessionell oder parteilich. Verantwortlich für den Inhalt: Robert Renner, Pressesprecher